Kolonadenom, kolorektales Adenom (Dickdarmpolyp)

Krebsvorstufe der Dickdarmschleimhaut, gutartige Schleimhautwucherung, die meist problemlos in der Regel einer Koloskopie mit einer kleinen Biopsiezange oder einer Schlinge abgetragen werden kann (siehe auch Kolonkarzinom).

Symptome: keine, nur bei sehr großen Polypen gegebenenfalls Blutungen.

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Kolonkarzinom, kolorektales Karzinom (Dickdarmkrebs)

Krebserkrankung des Dickdarms, in Deutschland bei Männern inzwischen der häufigste, bei Frauen der zweithäufigste bösartige Tumor.

Symptome: Veränderte Stuhlgewohnheiten, (Verstopfung, Durchfall, Bleistiftstühle oder Blähungen), Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme.

Ursachen: Genetische Faktoren mit familiärer Häufung, Risikoerkrankungen sind Dickdarmpolypen (Kolonadenome) und langjährige chronische entzündliche Darmerkrankungen, langjähriges Zigarettenrauchen.

Ernährungsfaktoren: Ballaststoffarme, fettreiche, fleischreiche Ernährung, regelmäßiger Alkoholkonsum.

Vorsorge und Früherkennung: Da sich der Darmkrebs meist aus gutartigen Vorstufen (Dickdarmpolypen) unbemerkt über einen Zeitraum von Jahren entwickeln kann, bietet die Vorsorgeuntersuchung durch eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) die einzige zuverlässige Möglichkeit, den Dickdarmkrebs oder seine Vorstufen früh zu erkennen. Durch eine Abtragung von Polypen währen der Darmspiegelung kann die Entstehung eines Darmkrebses zuverlässig verhindert werden.

Die ebenfalls angebotenen Stuhluntersuchungen (iFOBT) zur Detektion von verstecktem Blut im Stuhl haben eine sehr viel geringere Trefferquote und entdecken somit nicht jedes Adenom oder Karzinom (falsch negative Befunde).

Tumormarker haben bei dieser Fragestellung gar keinen Stellenwert, da sie viel zu häufig die Erkrankung nicht anzeigen (falsch negativ) oder reagieren, obwohl keine entsprechende Erkrankung vorliegt (falsch positiv).

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Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (chronisch entzündliche Darmerkrankung, CED, IBD)

Chronisch- entzündliche Darmerkrankungen, die typischerweise in Schüben verlaufen.

Beim Morbus Crohn sind bevorzugt die unteren Dünndarmabschnitte (terminales Ileum) und der Dickdarm (Colon) erkankt. Selten können jedoch auch alle übrigen Abschnitte des Magen-Darm-Traktes betroffen sein.

Symptome: Wiederkehrende meist schleimige, selten blutige Durchfälle, Bauchschmerzen, oft im rechten Unterbauch, auch Gewichtsverlust und Blutarmut (Anämie) treten auf.

Diagnose: Die Diagnose wird durch eine Koloskopie mit Gewebeproben (Histologie), Sonografie, ergänzend gegebenenfalls Kernspintomografie und Labor gestellt.

Ursachen: Bisher nicht genau bekannt. Störungen der Immunregulation, Abwehrdefekt in der Darmwand, erbliche (genetische) Faktoren.

Komplikationen: Engstellen im Darm (Stenosen), Kurzschlußverbindungen zwischen Darmschlingen (Fisteln), Abszesse (Eiteransammlungen).

Therapie: Medikamentöse Therapie abhängig von der Schwere des Schubes und weiteren Faktoren: Cortison, das Immunsystem beeinflussende Medikamente (Azathioprin, TNF-alpha-Antikörper wie Infliximab oder Adalimumab, Vedolizumab, Ustekinumab). Auch operative Verfahren werden je nach Befund erforderlich. Der Morbus Crohn ist jedoch durch diese Massnahmen nicht heilbar.

Eine spezielle Ernährung ist meist nur im akuten Schub erforderlich.


Bei der Colitis ulcerosa kann der gesamte Dickdarm (Colitis/Pancolitis) bzw. Teilabschnitte des Dickdarms (Linksseitencolitis/Rektoproktitis) betroffen sein.

Symptome: Blutig-schleimige Durchfälle, zum Teil imparativer Stuhldrang, Krämpfe, Gewichtsverlust, Blutarmut (Anämie).

Ursache: Bisher nicht genau bekannt, Störungen der Immunregulation, Abwehrdefekt in der Darmwand, erbliche (genetische) Faktoren.

Diagnose: Die Diagnose wird durch eine Koloskopie mit Gewebeproben (Histologie), Sonografie und Labor gestellt.

Komplikation: Schwerer, medikamentös nicht beherrschbarer Schub.

Therapie: Medikamentöse Therapie abhängig von der Schwere des Schubes und weiteren Faktoren: Mesalazin, Cortison, das Immunsystem beeinflussende Medikamente (Azathioprin, TNF-alpha-Antikörper wie Infliximab oder Adalimumab, Vedolizumab). In schweren Fällen auch die Operation (totale Colektomie).

Eine spezielle Ernährung ist meist nur im akuten Schub erforderlich.


Die Lebenserwartung beider Erkrankungen ist bei optimaler Therapie nicht eingeschränkt. Allerdings besteht  sowohl beim M. Crohn als auch bei der Colitis ulcerosa im Langzeitverlauf ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Daher werden diese Patienten engmaschig mittels Koloskopie ( Darmspiegelung ) überwacht.

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Colon irritabile (Reizdarmsyndrom, Reizdarm, irritables Darmsyndrom, IBS)

Häufige funktionelle Störung des Darms ohne fassbare organische Ursache. Auftreten vor allem bei jüngeren Erwachsenen. Lebensqualität oft erheblich eingeschränkt.

Symptome: Wechselnde Bauchschmerzen über wenigstens 3 Monate, verbunden mit  Druck- und Völlegefühl und Schmerzen. Gehäufte (mehr als 3/d) oder verminderte Stuhlentleerungen (weniger als 3/Woche), veränderte Stuhlbeschaffenheit, Schleimauflagerungen, Gefühl der unvollständigen Darmentleerung, rumorende Darmgeräusche, Blähbauch.

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Divertikulose, Divertikulitis (Ausstülpungen des Dickdarmes und Entzündung der Ausstülpungen)

Mit diesem Begriff werden Ausstülpungen der Dickdarmschleimhaut bezeichnet, am häufigsten in der S-Schlinge des Dickdarms (Sigma) vorkommend. Im Alter gehäuft auftretend.

Symptome: Bei fehlender Entzündung (Divertikulose) keine Beschwerden, selten Blutungen, gelegentlich sogenannter Schafskotstuhl. Bei Auftreten einer Entzündung der Divertikel (Divertikulitis) starke krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch, Blähungen, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl. Gelegentlich Wechsel zwischen Verstopfung (Obstipation) und Durchfall (Diarrhoe).

Ursachen: Ballaststoffarme Ernährung mit Verstopfungsneigung, vermutlich genetische Faktoren (familiäre Häufung).

Behandlung: In der Regel konservativ mit körperlicher Schonung, ballaststoffarmer Kost zur Darmruhigstellung und antibiotischer Therapie.

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Obstipation (Verstopfung, Darmträgheit)

Verlängertes Verweilen von Stuhl im Dickdarm mit seltener und verminderter, meist auch erschwerter Entleerung eines verhärteten Stuhls. Frequenz weniger als 3x/Woche.

Häufig chronisch, Frauen häufiger als Männer betroffen.

Ursachen: Vielfältig, oft rein funktionell (z.B. Reizdarm), gelegentlich aber auch Ausdruck einer organischen Störung (Entzündung, Divertikel, Adenom, Karzinom). Bei neuem Auftreten dieser Beschwerden Abklärung beim Facharzt angezeigt.

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Diarrhoe (Durchfall)

Mehrmaliges Absetzen von ungeformten, weichen bis flüssigen Stühlen.

Akute Diarrhoe: Dauer von weniger als 2 Wochen.

Ursache: Meist infektiöse (erregerausgelöste) Darmentzündung.

Chronische Diarrhoe: anhaltende Durchfallneigung, meist nicht infektiös.

Ursache: Vielfältig z.B. Reizdarm, chron. entzündliche Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Parasiten.

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Akute Appendizitis (Blinddarmentzündung)

Akute Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermicularis) des Blinddarmes (Coecum).

Symptome: Häufig zunächst uncharakteristisch mit Übelkeit, Appetitverlust, Erbrechen, Schmerzen in der Magengegend und Bauchnabel.

Im Verlauf wandert der Schmerz in den rechten Unterbauch, typischer lokaler Druckschmerz, allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber.

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